Über Uns

Kolle – Kurz und knapp

Wir sind Kollektiv Leben, kurz Kolle – aktuell eine Gruppe von 19 Menschen, die langfristig gern zusammen in Frankfurt am Main wohnen und leben wollen. Zum Teil kennen wir uns schon sehr lange und der Wunsch ein Wohnprojekt in Frankfurt am Main zu gestalten, begleitete uns in vielen Gesprächen. Schnell haben wir gemerkt, dass es vielen Anderen auch so geht und das erste Treffen der Projektgruppe fand Anfang Oktober 2018 statt. Seitdem treffen wir uns regelmäßig, um uns noch besser kennen zu lernen und die Vorstellungen eines gemeinschaftlichen Zusammenlebens miteinander zu besprechen.

Als wir die Ausschreibung zum Konzeptverfahren für die Schöffenstraße sahen, waren wir uns einig, dass wir uns auf die Liegenschaft bewerben wollen. In der Schöffenstraße wollen wir ein gemeinschaftliches Wohnprojekt für 40 Personen verwirklichen.

(mehr über die Geschichte unserer Gruppe könnt ihr in der zweiten Folgen unseres Podcast erfahren)

Unser Video zum Tag des offenen Wohnprojektes 2020

 

Eine Radiosendung über uns und das Hausprojekt Sonara auf RadioX vom ABS-Magazin vom 20.05.2020. Hörn se rein – lassen se sich berauschen.

Zusammenleben

Gemeinsam geht mehr!

Kleinfamilie, Groß-WG oder doch nur Wohnen mit der besten Freund*in und dem Hund? Wir möchten bewusst ein Wohnumfeld schaffen, dass unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Vorstellungen willkommen heißt. Ein Wohnumfeld, das Begegnungen und gemeinsames Gestalten ermöglicht und gleichzeitig Raum für individuellen Rückzug bietet. Deshalb ist es für uns auch selbstverständlich, dass wir das Gebäude barrierefrei bauen möchten.

Es ist uns ein Anliegen von Beginn an eine Kultur zu etablieren, in der Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit keinen Platz haben und ausreichend Raum vorhanden ist, den gemeinsamen Wohn- und Hausalltag zu reflektieren und sich kontinuierlich darüber zu verständigen, wie wir die gemeinsamen Angelegenheiten solidarisch gestalten können.

Innerhalb des Hauses soll eine neue Nachbarschaft entstehen, die sich solidarisch im Alltag unterstützt. Ganz konkret heißt das Hilfe bei der Alltagsbewältigung, gemeinsame Einkäufe und Hausarbeit, Hausaufgabenhilfe oder Hundesitting. Dazu gehört auch, dass wir Alltagsgegenstände wie Waschmaschinen, Werkzeuge und Co. teilen. Gemeinschaftliches Zusammenleben bedeutet für uns, sich gegenseitig in allen Lebensabschnitten zu unterstützen. Dazu zählt u.a., dass die Betreuung der Kinder nicht immer Privatsache der Eltern bleiben muss. Wir wollen füreinander in der Hausgemeinschaft Verantwortung übernehmen. Daher streben wir eine solidarische Miete an, die sich nach dem Einkommen Einzelner richtet.

(mehr über solidarische Mieten könnt ihr in der siebten Folgen unseres Podcast erfahren)

Unsere Vorstellung von Inklusivität beschränkt sich nicht nur auf die Bewohner*innen und die Liegenschaft – wir möchten kein exklusives Projekt im Quartier sein, sondern Berührungs- und Begegnungspunkte und -räume für und mit Menschen in unserer Umgebung schaffen.

Basisdemokratisch, kommunikativ, und partizipativ

Wenn man gemeinsam ein Haus baut, um darin mit vielen anderen Menschen zu wohnen, dann muss man viel miteinander sprechen und planen und höchst komplexe Entscheidungsprozesse zusammen meistern. Für uns war von Beginn an klar: Das geht nur, wenn alle mitreden und mitentscheiden können. Deshalb haben wir eine Struktur aus Plenum und Arbeitsgruppen, die sich vertiefend mit Themen wie bauliche Gestaltung, Wirkung ins Quartier, Finanzierung und Rechtsform auseinandersetzen. Als Plenum treffen wir uns derzeit einmal die Woche. Die AG‘s bereiten Prozesse und Vorschläge vor, die im großen Plenum per Konsensverfahren entschieden und von der gesamten Gruppe getragen werden.

Oberstes Ziel in allen Entscheidungsprozessen ist es, einen Konsens herzustellen und dabei entscheidungs- und handlungsfähig zu sein. Auch wenn dies nicht immer einfach ist, gelingt es uns bisher sehr gut durch einen offenen und transparenten Umgang miteinander und eine klar definierte Entscheidungsfindungsstruktur. Wenn unser Haus einmal steht, dann wollen wir weiter im Konsens entscheiden und regelmäßige Bewohner*innen-Plena abhalten, in denen gemeinschaftsrelevante Themen besprochen und entschieden werden.

In unserer Wohn- und Lebenspraxis in der Schöffenstraße streben wir eine basisdemokratische und partizipative Hausverfassung an, in der Fragen, die alle betreffen, gemeinsam geklärt und entschieden werden können. Dies ist die Basis dafür, auch unterschiedliche Interessen und Vorstellungen miteinander ins Gespräch bringen zu können.

Kolle und das Quartier

Das Quartier sind auch wir!

Wir haben uns als Gruppe bewusst für eine Liegenschaft in Frankfurt-Griesheim entschieden. Griesheim ist mit seiner spannenden Geschichte und tollen Lage ein Ort, an dem wir uns gut vorstellen können zu leben. Und das bedeutet für uns auch, Verbindungen in unsere soziale Umgebung zu schaffen. Im Erdgeschoss unseres Hauses in der Schöffenstraße sollen Gemeinschaftsräume entstehen, mit denen wir ins Quartier wirken und Menschen in der Nachbarschaft ansprechen wollen – ob Sport, Kultur, Beratung oder Politik: Welche Bereiche da genau abgedeckt werden und was auf Interesse stößt, wollen wir zusammen ausprobieren. Mit unseren gemeinschaftlichen Räumen wollen wir Verknüpfungspunkte in Griesheim schaffen, indem wir bereits bestehende Initiativen und Angebote ansprechen und herausfinden, ob und wie eine Zusammenarbeit gestaltet werden kann.

Konkret planen wir im Erdgeschoss einen Nachbarschaftstreff, ein Co-Working-Space und einen Kreativraum.

Grundriss des Erdgeschosses mit Veranstaltungsraum, Co-Workingspace und Werkstatt

 

Nachbarschaftstreff– offen und vernetzt

Bei dem Nachbarschaftstreff geht es um mehr als die bloße Verwaltung von Räumlichkeiten. Er bietet Raum für Begegnung und zum Austausch mit unseren Nachbar*innen und anderen Gruppen. Hier bieten sich Möglichkeiten, Informationsabende zu verschiedenen Themen zu organisieren, Lesungen zu halten oder sich stetig zu vernetzen. Es darf sich bewegt und getanzt werden und auch bei Stadtteilfesten darf ein öffentlicher Raum nicht fehlen. Den Ideen sind keine Grenzen gesetzt.

Co-Working-Space – kollektiv und kreativ

Im Erdgeschoss planen wir einen Co-Working-Space. Dieser kann zum einen von Hausbewohner*innen genutzt werden. Zum anderen möchten wir den Bereich öffnen und anderen Personen ermöglichen, einen Büroplatz zu günstigen Konditionen anzumieten. Dabei ist die Nutzung der Kreativräume inbegriffen. Dies wiederum bietet Raum für Vernetzung und das Entwickeln von gemeinsamen Ideen. Neben den üblichen Schreibtischplätzen soll hier auch ein Kreativstudio mit einem Greenscreen zum Aufnehmen von Videos entstehen. Dieses Studio wollen wir anderen Initiativen und zivilgesellschaftlichen Gruppen zur Unterstützung ihrer Arbeit zur Verfügung stellen.

Ein weiterer wichtiger Bereich sind die geplanten Beratungsräume. Hier sind wir u.a. in Gesprächen mit faire mobilität einem Projekt des DGB zur Beratung von mobilen Arbeiter*innen.

Kreativraum für alle!

Die Kreativräume stehen für alle Menschen aus dem Projekt und aus dem Stadtteil offen. Hier können Dinge repariert, Möbel gebaut oder Siebdruckworkshops stattfinden. Es darf ausprobiert werden, was Spaß macht! Materialien und Werkzeuge können neu kennengelernt und gemeinsam Kreativität erlebt werden. Im Mittelpunkt steht das Weitergeben und gemeinsame Erlernen von Kompetenzen und Fähigkeiten. So wollen wir immer wieder in Workshops Fähigkeiten miteinander und mit anderen teilen. Denkbar ist für uns dabei auch eine Kooperation mit bereits bestehenden Initiativen und Vereinen. Durch regelmäßige Öffnungszeiten wollen wir allen, die keine eigenen Räume und Werkzeuge haben, ermöglichen unsere mitzunutzen.