Zusammenleben

Gemeinsam geht mehr!

Kleinfamilie, Groß-WG oder doch nur Wohnen mit der besten Freund*in und dem Hund? Wir möchten bewusst ein Wohnumfeld schaffen, dass unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Vorstellungen willkommen heißt. Ein Wohnumfeld, das Begegnungen und gemeinsames Gestalten ermöglicht und gleichzeitig Raum für individuellen Rückzug bietet. Deshalb ist es für uns auch selbstverständlich, dass wir das Gebäude barrierefrei bauen möchten.

Es ist uns ein Anliegen von Beginn an eine Kultur zu etablieren, in der Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit keinen Platz haben und ausreichend Raum vorhanden ist, den gemeinsamen Wohn- und Hausalltag zu reflektieren und sich kontinuierlich darüber zu verständigen, wie wir die gemeinsamen Angelegenheiten solidarisch gestalten können.

Innerhalb des Hauses soll eine neue Nachbarschaft entstehen, die sich solidarisch im Alltag unterstützt. Ganz konkret heißt das Hilfe bei der Alltagsbewältigung, gemeinsame Einkäufe und Hausarbeit, Hausaufgabenhilfe oder Hundesitting. Dazu gehört auch, dass wir Alltagsgegenstände wie Waschmaschinen, Werkzeuge und Co. teilen. Gemeinschaftliches Zusammenleben bedeutet für uns, sich gegenseitig in allen Lebensabschnitten zu unterstützen. Dazu zählt u.a., dass die Betreuung der Kinder nicht immer Privatsache der Eltern bleiben muss. Wir wollen füreinander in der Hausgemeinschaft Verantwortung übernehmen. Daher streben wir eine solidarische Miete an, die sich nach dem Einkommen Einzelner richtet.

Unsere Vorstellung von Inklusivität beschränkt sich nicht nur auf die Bewohner*innen und die Liegenschaft – wir möchten kein exklusives Projekt im Quartier sein, sondern Berührungs- und Begegnungspunkte und -räume für und mit Menschen in unserer Umgebung schaffen.

Basisdemokratisch, kommunikativ, und partizipativ

Wenn man gemeinsam ein Haus baut, um darin mit vielen anderen Menschen zu wohnen, dann muss man viel miteinander sprechen und planen und höchst komplexe Entscheidungsprozesse zusammen meistern. Für uns war von Beginn an klar: Das geht nur, wenn alle mitreden und mitentscheiden können. Deshalb haben wir eine Struktur aus Plenum und Arbeitsgruppen, die sich vertiefend mit Themen wie bauliche Gestaltung, Wirkung ins Quartier, Finanzierung und Rechtsform auseinandersetzen. Als Plenum treffen wir uns derzeit alle zwei Wochen. Die AG‘s bereiten Prozesse und Vorschläge vor, die im großen Plenum per Konsensverfahren entschieden und von der gesamten Gruppe getragen werden.

Oberstes Ziel in allen Entscheidungsprozessen ist es, einen Konsens herzustellen und dabei entscheidungs- und handlungsfähig zu sein. Auch wenn dies nicht immer einfach ist, gelingt es uns bisher sehr gut durch einen offenen und transparenten Umgang miteinander und eine klar definierte Entscheidungsfindungsstruktur. Wenn unser Haus einmal steht, dann wollen wir weiter im Konsens entscheiden und regelmäßige Bewohner*innen-Plena abhalten, in denen gemeinschaftsrelevante Themen besprochen und entschieden werden.

In unserer Wohn- und Lebenspraxis in der Schöffenstraße streben wir eine basisdemokratische und partizipative Hausverfassung an, in der Fragen, die alle betreffen, gemeinsam geklärt und entschieden werden können. Dies ist die Basis dafür, auch unterschiedliche Interessen und Vorstellungen miteinander ins Gespräch bringen zu können.